Sicher Chatten: WhatsApp‑Alternativen, die DSGVO‑konform sind
Immer mehr Unternehmen und Privatpersonen kehren WhatsApp den Rücken, seit der Dienst umfangreiche Metadaten an Meta weitergibt. In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen, welche sicheren Messenger Ihre Privatsphäre schützen und dabei alle Compliance‑Vorgaben erfüllen.
WhatsApp und Privatsphäre
Viele von uns nutzen WhatsApp ganz selbstverständlich. Obwohl WhatsApp End‑to‑End‑Verschlüsselung nutzt, werden umfangreiche Metadaten gesammelt – also Infos dazu, wer mit wem chattet, wann und wie lange –und mit Meta geteilt. Für DSGVO‑bewusste Unternehmen entsteht so ein Compliance‑Risiko.
3 Kriterien für eine DSGVO‑konforme WhatsApp‑Alternative
Und als ob das nicht reicht: Meta plant sogar, auf WhatsApp Werbung basierend auf Ihrem Verhalten zu schalten – was den Verdacht, deine Daten seien sicher, endgültig ad absurdum führt. Wer also wirklich Wert auf Privatsphäre und Kontrolle legt, tut sich und seinen Daten einen Gefallen, wenn er nach ernsthaften Alternativen Ausschau hält.
- End‑to‑end‑Verschlüsselung (E2EE): Garantiert, dass nur Sender und Empfänger Nachrichten lesen können.
- Minimaler Metadaten‑Log: Je weniger Verbindungsdaten erfasst und gespeichert werden, desto besser.
- Open‑Source‑Transparenz: Offener Quellcode erlaubt unabhängige Audits und schafft Vertrauen.
Die besten Messenger im Datenschutz‑Check
Folgend haben wir Ihnen die WhatsApp-Alternativen nach Vor- und Nachteilen kategorisiert:
Signal
- Plus: kostenlos, exzellente Kryptografie, kaum Metadaten, E2EE‑Video/Voice‑Gruppenchat
- Minus: Registrierung per Telefonnummer, Infrastruktur auf AWS
Telegram
- Plus: große Nutzerzahl, Channels und Bots, Multi‑Device‑Sync
- Minus: E2EE nur in Secret Chats, Gruppen ungeschützt, umfangreiche Metadaten
Threema
- Plus: Schweizer Recht, keine Telefonnummer nötig, nahezu keine Metadaten, unabhängig auditiert
- Minus: Einmalkauf (~ 5 €), kleinere Nutzerbasis
Wire
- Plus: E2EE‑Videokonferenzen, bis 8 Geräte synchron
- Minus: mehr Metadaten (teilweise Klartext‑Logs)
Element (Matrix)
- Plus: föderierte Netzwerke (eigener Server möglich), Bridges zu anderen Diensten
- Minus: Netzwerk‑Latenz, Protokoll nicht vollständig auditiert
Olvid
- Plus: kein Telefon/Mail, verschlüsselte Metadaten, französische ANSSI‑Zertifizierung
- Minus: kleine Community, keine Videoanrufe
Session
- Plus: anonyme Registrierung per Session ID, dezentrale Onion‑Routen
- Minus: noch buggy, Blockchain‑Finanzierung schreckt manche ab
Welcher ist der beste Messanger-Dienst für Unternehmen?
Signal ist der Allrounder, Threema punktet bei Schweizer Datenschutz und anonymer Anmeldung, Element begeistert Tech‑Enthusiast:innen mit föderierten Strukturen, während Olvid und Session spannende Nischen besetzen. Telegram ist aus Compliance‑Sicht nur eingeschränkt zu empfehlen.
Was Unternehmen tun können
Wenn WhatsApp im Unternehmen genutzt wird, ist das aus Sicht der Cybersicherheit zu beobachten. Unternehmen sollten zunächst eine klare Richtlinie erstellen, die die geschäftliche Nutzung von WhatsApp regelt. Parallel dazu empfiehlt es sich, sichere Alternativen wie Signal, Threema oder Element einzuführen, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten und keine Daten an Dritte weitergeben.
Wichtig ist auch, Mitarbeitende zu sensibilisieren: Schulungen zu Datenschutz und sichere Kommunikationswege sind Pflicht. So schützt du nicht nur sensible Unternehmensinformationen, sondern erfüllst auch Compliance-Anforderungen. Reineke Technik unterstützt Unternehmen interne und externe Kommunikation abzusichern und Ihre Belegschaft in allen Fragen rund um Cybersicherheit zu schulen.
Foto von Dimitri Karastelev auf Unsplash